Titel: Der Flammende Stern-Nebel   Autor: Mario König   Datum: 07.02.2022


IC405 001Von Anfang November bis Ende April zieht das Sternbild Fuhrmann als unregelmäßiges Fünfeck mit seinem auffälligen Hauptstern α Aurigae (Capella) Nacht für Nacht hoch über den Wintersternhimmel der Nordhalbkugel. Quer durch das Sternbild Fuhrmann verläuft das Band unserer Milchstraße. Daher befinden sich in dieser Region viele interessante Objekte wie offene Sternhaufen, Reflektions- und Emissionsnebel. Drei der schönsten offenen Sternhaufen M 36, M 37 und M 38 sind bereits mit einem einfachen Fernglas erkennbar. Das fotografische Ziel der Nacht vom 06. auf den 07.01.2021 war jedoch das Objekt IC 405, der Flammende Stern-Nebel (Flaming Star Nebular). Seinen Namen hat dieses Deepsky Objekt wohl von den gekräuselten Gas- und Staubbändern. Dabei handelt es sich um einen Emissionsnebel, in dem galaktische Staubreste eingebettet sind. Diese Wolken aus Staub reflektieren das Licht heller Sterne und werden somit als Reflektionsnebel bezeichnet. Die Farben entstehen dabei durch unterschiedliche Prozesse. Der helle Stern AE Aurigae ist so heiß, dass er blau leuchtet und so energiereiches Licht aussendet, dass er Elektronen aus dem umgebenden Wasserstoffgas herausschlägt. Wenn ein Proton ein Elektron zurückerobert, wird häufig rotes Licht ausgesandt. Typisch für Emissionsnebel. Die Farbe der violetten Regionen ist eine Mischung aus diesem roten Licht und blauem Licht, das von AE Aurigae ausgestrahlt, aber vom umgebenden Staub reflektiert wird.

IC 405 ist etwa 1.500 Lichtjahre von der Erde entfernt, erstreckt sich über etwa 5 Lichtjahre und ist bereits mit einem kleinen Teleskop zu beobachten.

Equipment und Aufnahmetechnik


Für die Anfertigung des Bildes wurde ein apochromatisches Refraktorteleskop (Triplet) mit 130mm Öffnung auf einer Skywatcher EQ6-R Pro Montierung verwendet. Die Brennweite des Instruments wurde durch ein optisches Korrekturelement auf ca. 720mm Brennweite (F5,6) reduziert, wodurch sich das Bildfeld und die Menge des gesammelten Lichts vergrößert. Da die Straßenbeleuchtung des Ortes die Aufnahme durch eine deutliche Aufhellung des Himmels erschwerte, wurde außerdem ein spezieller Linienfilter (Optolong L-Pro) eingesetzt. Dadurch erhöht sich der Kontrast der Aufnahme und macht sinnvolle Aufnahmen bei diesen Lichtverhältnissen überhaupt erst möglich. Als Kamera kam eine Astronomie-Farbkamera (Omegon veTEC 571 C) zum Einsatz, deren Bildsensor während der Aufnahmen auf -15 °C gekühlt wurde. Insgesamt 37 Aufnahmen á 5 Minuten Belichtungszeit wurden zu einem finalen Bild verarbeitet. Das Ergebnis ist eine Aufnahme mit ca. 3 Stunden Belichtungszeit. Um die Farbbalance möglichst real zu halten, wurde das Bild astrometrisch vermessen und die Sternfarben mit Werten aus astronomischen Datenbanken abgeglichen.

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